Siehe auch “Mein Netbook lebt (wieder) – Jolicloud Teil 1“
Installation: Wegen der versprochenen einfachen Installation und weil diese (wenn gewünscht) unter Windows abläuft, ich also nichts “plattmachen” muss (sicher ist sicher), habe ich mich also für Jolicloud als mein erstes Linux Betriebssystem entschieden.
Anschließend läuft Jolicloud innerhalb der Windows-Partition in einem Container und beim Starten des Netbooks hat man die Wahl, ob mit Windows XP oder mit Jolicloud gearbeitet werden soll. Mit installiert wurde automatisch eine kleine Auswahl an Programmen.

Was ist in der Praxis nun der Unterschied zum klassischen Windows?
Aufruf der Programme: Während dieses in Windows lediglich in der linken unteren Ecke über den Start-Button geschieht und man mit der Maus dann zum gewünschten Programm “fahren” muss (oder man klatscht sich den Desktop mit Verknüfungen zu), kommt man bei Jolicloud mit höchtens 2 Klicks zum Ziel. Links die Gruppe auswählen, mittig das Programm einmal anklicken. Da das Navigieren beim kleinen Netbook mit dem Touchpad eher nervig ist, ist das eindeutig angenehmer.
Installation der Programme: Bei Windows kennen wir es ja, Im Internet suchen, Download, Installer aufrufen und durch die Installationschritte durchklicken. Bei Jolicloud gibt es einen (schon eingerichteten) Zugriff auf ein App-Verzeichnis im Internet, dort das gewünschte Programm heraussuchen, auf “Install” klicken, kurz warten, fertig. Ein Nachteil gibt es bei dieser Variante, die Auswahl an Programmen ist begrenzt, für mich war aber alles dabei, was notwendig ist.
Die Programme: sind nur zum Teil Programme, oft handelt es sich um einen Direktaufruf einer Internet-Anwendung. Beispiel Facebook, bei Windows den Browser öffnen, die Adresse von Facebook aufrufen. Bei Jolicloud einmalig die Facebook-App installieren und dann nur noch das “Programm” Facebook aufrufen.
Look and Feel: Der Aufbau von Jolicloud ist sehr simpel, schwarzer Hintergrund und ansonsten klar strukturiert, links die Programmgruppen, mittig die Programme der aktiven Gruppe, rechts die Daten (Dokumente, Musik, etc.) in Ordnern. Bei einem Netbook mit seinem kleinen Display muss es nicht mehr sein.
Käme demnächst ein Netbook mit Touch-Display auf den Markt, wäre die Bedienung damit super einfach.
Fazit: Früher war grob gesagt der Browser das Internet und der Rest lokal. Da man inzwischen immer mehr Online, also im Internet ist, ist es nur konsequent, dieses immer mehr in das Konzept eines Betriebssystems einfliessen zu lassen. Jolicloud macht keinen Unterschied zwischen Online- und Offlineanwendungen.
Ich rufe mit dem Netbook immer noch die gleichen Informationen wie unter Windows ab, es fühlt sich aber besser an. Zudem habe ich ein paar Internetdienste besser im Focus, da sie als “Programme” leicht anzuwählen sind. (zum Beispiel Twitter, Facebook, Xing).
Und – ein großer Vorteil, die Geschwindigkeit von Linux, kann ich gar nicht richtig nutzen, das ich ja immer noch innerhalb der WindowsPartition arbeite. Vermutlich werde ich bald mal das Netbook mit Linux pur ausprobieren.
Die “Cloud” von Jolicloud nutze ich im übrigen nur, um von dort die vorhandenen Programme zu installieren oder ggfs wieder zu deinstallieren. Der andere Krimskrams mit twitterähnlichen Möglichkeiten ist mir derzeit wurscht.
Probleme: derzeit läuft mein Mobile-Stick noch nicht mit Jolicloud, unter Windows wird bei der Ersterkennung des Sticks gleich ein schickes Programm geladen und installiert, das klappt unter Linux natürlich nicht. Da muss ich wohl noch mal Zeit zur Lösung investieren (WLAN, unter Linux gerne mal etwas “störrisch”, war hingegen überhaupt kein Problem). Ab und zu (sehr selten) klappt scheinbar das Hin- und Herschalten zwischen den Programmgruppen nicht ganz sauber und Einträge einer Gruppe bleiben im Hintergrund stehen und werden durch die Symbole der neuen Gruppe überlagert. Funktionieren tut alles richtig, nur optisch sieht es dann etwas nach kuddelmuddel aus. Nach Neustart ist alles wieder gut. Aber hey, das Ganze ist Pre Beta!


20 Jan 2010
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