02 Feb 2009

Touchdoooown

Geschrieben von um 11:00 Uhr

Für mich ergab sich gestern Nacht mal wieder die Gelegenheit, ein NFL-”Endspiel”, den Super Bowl XLIII, zu sehen. Ich bin zwar kein Football Fanatiker, seitdem ich aber dank meines Commodore Amiga früher selber am Bildschirm gespielt und dadurch auch die Regeln kapiert habe, schaue ich immer mal wieder begeistert ein Spiel.

Dieser Sport ist noch mal was ganz anderes, als zum Beispiel die klassischen Mannschaftssportarten, wie Fußball, Basketball, Handball. Zwar ein Mannschaftssport, so läuft das Angriffsspiel eigentlich grundsätzlich über eine Person, den Quarterback. Er verkörpert so ein wenig den früheren Feldherren und er kann somit beim Erfolg zum absoluten Helden seiner Mannschaft werden. Gerade dadurch, dass es vor jedem Spielzug eine Unterbrechung gibt, ist es extrem taktisch, dabei aber auch sehr martialisch. Jeder Spielzug ist genau geplant, es ist ein wenig wie beim Schach, Zug für Zug wird genau überlegt, um so wirkungsvoll wie möglich die Schwächen des Gegener auszunutzen und damit für die angreifende Mannschaft so tief wie möglich in die gegnerische Zone vorzudringen. Die verteidigende Mannschaft muß die Aktion des Gegners vorhersehen, um eben dieses Vordringen zu verhindern und damit selbst wieder in die Möglichkeit des Angreifens zu kommen. Kurz gesagt, die Faszination ist die Mischung aus extremer Taktik und den körperlichen Einsatz jedes einzelnen, fast schon wie beim Rollenspiel, wo jeder speziell seiner Fähigkeit auf bestimmten Positionen eingesetzt wird.

Gestern gab es nun die nette Konstellation “Klarer Favorit” Pittsburgh Steelers gegen “Krasser Außenseiter” Arizona Cardinals. Es ging dann auch wie vermutet los, der klare Favorit dominierte und ging schnell Führung. Der Außenseiter kam dann aber immer besser ins Spiel und hatte kurz vor der Halbzeit die Möglichkeit zum Ausgleich. Und dann passierte es, ein Fehler des Quarterbacks führte zum Interception, die verteidigende Mannschaft fing den Ball ab und durch eine sensationelle Aktion konnte nun völlig überraschend der Gegner punkten. Statt Ausgleich gab es zur Halbzeit nun doch eine klare Führung des Favoriten. Zu Beginn der zweiten Halbzeit wieder das gleiche Bild wie zu Beginn. Die Führung wurde ausgebaut und jeder dachte, das Ding wäre gelaufen. Dann folgte aber das sensationelle Comeback der Cardinals, angetrieben durch ihren Quarterback. Diese Mal machte er keine Fehler mehr, man kam wieder ran und ging durch einen Touchdown kurz vor Schluß sogar in Führung. Die Belastung auf den Quarterback der Steelers war jetzt enorm, er mußte innerhalb kürzester Zeit mit seiner Angriffsreihe einen enormen Yardgewinn erzielen, um in die Gelegenheit zum Ausgleich zu kommen. Das hat er dann mit seinem Team auch sensationell hinbekommen und mit einem Pass zu einem Touchdown 30 Sekunden vor Schluß gingen die Steelers sogar wieder in Führung. Die letzten 30 Sekunden Spielzeit mußte nun die Angriffsreihe der Cardinals versuchen, das Unmögliche noch einmal zu schaffen und durch einen erneuten Touchdown wieder zu kontern, was dann aber nicht mehr gelungen ist. Hier wurde jetzt besonders deutlich, dass Unterbrechungen (und das Anhalten der Spielzeit) bei ausgeglichenen Spielen nicht nervig sind, sondern die Spannung nur noch weiter erhöhen.

Die Grundregeln sind übrigens recht einfach, eine Mannschaft greift an und muß Raumgewinn erzielen, die andere muß das verhindern. Schafft die angreifende Mannschaft mit höchstens 4 Versuchen mindestens 10 Yard Raumgewinn, haben sie erneut 4 Versuche. Schafft die angreifende Mannschaft dieses nicht, wechselt das Angriffsrecht. Irgendwann ist die angreifende Mannschaft bei stetigen Raumgewinn soweit in der gegnerischen Hälfte, das sie entweder ein Fieldgoal (der Football wird zwischen die zwei Stangen getreten=3 Punkte) erzielen kann, oder sie versucht einen Spieler mit Football in die Endzone zu bekommen (Touchdown=6 Punkte). Nach einem Touchdown gibt es dann noch die Möglichkeit eines Zusatzpunktes (ähnlich dem Fieldgoal), was auch meistens gelingt. Sehr selten gelingen 2 Punkte, die die verteidigende Mannschaft machen kann, indem sie die angreifende Mannschaft zurückdrängt und in deren eigener Endzone stoppt, oder nach dem Touchdown wird nicht der Zusatzpunkt versucht, sondern es wird angestrebt, den Footbal erneut mit “Mann” in die Endzone zu bringen.

Bericht zum Super Bowl: http://www.spiegel.de/sport/ussports/0,1518,604902,00.html

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