06 Mai 2008

Einen-Tag-vor-der-Arbeit-Traum

Geschrieben von um 8:01 Uhr

Ich bin auf dem Weg zu meinem Büro, enspannt, gut gelaunt. Neben mir geht ein Mann in meinem Alter, wir kommen ins Gespräch. Er ist Bundeswehrsoldat auf Zeit und schwärmt in den höchsten Tönen, er ist Zugführer. Ich bin ein wenig neidisch.

Auf dem Weg liegt der alte EDEKA-Markt, wo ich früher immer eingekauft habe. Ich will noch kurz rein und mir eine Kleinigkeit kaufen. Wieder draussen setzt sich das entspannte Gespräch fort. Dabei bemerke ich, dass mein Handy pausenlos klingelt.

ArbeitsutensilienUups, ich habe ja schon Telefonbereitschaft, seit 1,5 Stunden, und meine Mailbox sagt mir, schon 15 Anrufer haben eine Nachricht hinterlassen. Da es morgens meistens dringend ist, werde ich ein wenig unruhig gerate ich in Panik. Ich habe vergessen, mein späteres Erscheinen im Büro anzukündigen und die Hotline auf das Büro umzuleiten.

Wir beginnen vom gemütlichen Trotten ins Laufen zu verfallen. Mein Bundeswehrfreund hat zum Glück den gleichen Weg oder nichts besseres vor. Das Laufen wird zum Rennen, damit wir besser vorwärts kommen, trägt mein Begleiter zusätzlich zu seinen jetzt auch meine Sachen. Das Handy klingelt weiterhin. Ich kann jetzt nicht rangehen oder anfangen mit Mailbox abhören, das dauert zu lange und die Sachen kann ich nicht so nebenbei im Laufen erledigen.

Irgendwann sind wir endlich auf dem Gelände angekommen, mit mehreren Bürogebäuden und zwischendrin einem Rummelplatz. Das Büro in einem Gebäude liegt im zweiten Stock. Aber ich hatte so lange Urlaub, wir verlaufen uns, ich finde dieses bescheidene Gebäude auf anhieb nicht. Grrr, wenn es mal schnell gehen soll. Endlich stehen wir davor und ich finde meinen Schlüssel nicht. Hahaha, ich habe meinen Schlüssel vergessen, wenigstens habe ich mein Handy dabei, welches weiterhin auf sich aufmerksam macht.

Mein Freund ist inzwischen weiter gezogen. Meine Tasche liegt mir zu Füßen. Endlich macht ein Bekannter die Tür auf. Ich stürze herein und erwische noch den Fahrstuhl, der gerade mit jemand anderen entschwinden will. Jetzt habe ich es gleich geschafft. Jaaa doch blödes Handy, ich kann mich gleich um dich kümmern.

Plötzlich neigt sich der Fahrstuhl, rumpelt und holpert und wir STÜRZEN AB, nein, stecken fest. Mir fehlen die Worte. In mir aufsteigende Gefühlswallungen sind nicht zu beschreiben, aber ich bleibe äusserlich ruhig, es ist ja noch jemand mit mir im Fahrstuhl. Schließlich schaffen wir es, dass wir dort wieder heraus kommen, wo wir eingestiegen sind. Dabei fällt mir auf, dass ich meine Tasche nicht mit in den Fahrstuhl genommen hatte und jetzt ist sie weg. Ich bin äusserlich NICHT mehr ruhig. Mein Gezeter ruft den Hausmeister herbei, der Klamotten von mir zeigt, die ich vor meinem Urlaub verloren hatte. “Damit wollte sich ein Dieb als *Micmox* ausgeben und einbrechen” war sein vorwurfsvoller Kommentar, ich lasse ihn reden, habe derzeit andere Sorgen.

Meine Tasche ist weg, verdammt. Ich müsste jetzt SOFORT raus und den Dieb suchen. Mein Handy hält mich zurück. Ich muß Prioritäten setzen. Einige unserer Kunden sind seit teilweise schon 2 Stunden hilflos. Ich sprinte (dieses Mal die Treppen) in mein Büro, wo mich mein Kollege empfängt. Er hat schon gekündigt und ist dementsprechend entspannt. Augenscheinlich hat er nichts zu tun. Was solls. Ich stürze zu meinem Platz um endlich mit der Arbeit an zu fangen, um die anbahnende Katastrophe zumindest ein klein wenig zu begrenzen. Später werde ich mich auf jeden Fall rechtfertigen müssen. Den Gedanken daran muß ich erst einmal verdrängen. Mein Kollege trottet auf seinen Bürostuhl zurück und erfreut sich an meiner Schusseligkeit. Dort angekommen, stellt er den Stuhl (ein besonders gemütliches Modell) sofort in die Liegeposition. Ich wundere mich ein wenig, weshalb er jetzt Frauenkleider trägt und Brüste hat, aber um genauer darüber nach zu denken, oder ihn gar zu fragen, fehlt mir die Zeit.

Also dann du doofes Handy, hallo Mailbox, ich bin bereit, das wird ein harter Tag …

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