Ja, auch ich gehöre zu der Gattung Mann, wo Haare an entscheidenden Stellen verschwinden, dafür aber an, sagen wir mal, ungünstigen Stellen mehr und mehr werden. Da hilft nur: rasieren, immer wieder rasieren. Alles unterhalb des Halses habe ich von dieser Rasur ausgelassen, ich bin nun mal ein Mann. Auch wenn die mediale Frauenwelt einem ständig suggerieren will, Haar ist doof, außer auf Kopf, da muß es gaaanz viel sein, so bin ich doch nicht bereit, mein natürliches Ich soweit zu verändern, bis es in ein verbreitetes Wunschbild passt. Basta. Jawoll.
Allerdings muß auch ich gestehen, dass so eine glatte Haut angenehmer zu fühlen ist, dieses “sanfte” dahingleiten fühlt sich einfach besser an.
Und so habe ich den Entschluß gefasst, dieses glatte Gefühl einmal an mir auszuprobieren. Ich war bereit, mich zu enthaaren, ein Gefühl der Metrosexualität keimte in mir auf. Allerdings macht Mr Micmox keine halben Sachen, wenn schon, dann auch ordentlich und für länger. Also fiel die Depilation aus, es sollte epiliert werden. Das war im Nachhinein ein mutiger Entschluß, wenn ich es so recht bedenke, war er sogar wahnwitzig. Es wurde brutal, es wurde blutig. Wem das nicht abschreckt, der kann jetzt …
Zuerst wurde der ganze Oberkörper mit einem Langhaarschneider auf eine vernünftige Haarerfassungslänge gebracht (3mm) und dann ging es los. Zur Anwendung kam ein (Folter-)Instrument meiner Frau, ein Epilierer.

Ich habe “unten” (Bauch) angefangen, um mich dann nach oben zu arbeiten. Seitlich unten wäre ein guter Start, dachte ich. Die Haardichte war nicht ganz so extrem und ich wollte mich langsam an die “richtige” Ausreisorgie herantasten. Ich will es kurz machen, ES WAR VON ANFANG AN DIE HÖLLE. Das Gerät langsam an die Haut herangeführt, kurze Haarberührung, aaaaaaaah, absetzen, neuer Versuch. So ging es dann laaangsam voran, immer ein paar Millimeter bewachsene Fläche mußte weichen. Erst auf der linken Seite, wenn die Schmerzen zu heftig wurden, wechselte ich die Seite und so arbeitete ich mich langsam zum Bauchnabel vor. Nach endlos langer Zeit war es dann geschafft, Bauch inkl. Bauchnabel lagen frei (ha, jetzt ist er KEIN Fusselfänger mehr, der Bauchnabel), ich hatte mich sogar bis kurz unter den Brustkorb vorgearbeitet. Das schöne weisse Haarausreisgerät war mit Blutschlieren überzogen, da beim Ausreissen einiger Haarwurzeln ein zwei Blutstropfen an die Oberfläche gelangten. Die Frage war, was nun? Auch noch die Brust? Große Schei*e, nein, ich vertagte die Entscheidung auf den nächsten Tag. Ich war jetzt eine halbe Rothaut und sah ganz schön bescheiden aus. Brust blass behaart, Bauch knallig rot.
Am nächsten Tag entschied ich, dass könne nicht so bleiben, also wieder angesetzt und los. Eine nähere Beschreibung erspare ich mir, nur soviel, irgendwann (wirklich irgendwann) war eine Brust frei und ich der Ohnmacht nahe. Normalerweise hätte ich jetzt aufgehört, aber wie sieht das denn aus, also weiter. Das Gerät rotierte, ich arbeitete mich mechanisch vorwärts, in meinen Ohren rauschte das Blut (oder der Scherz wurde akkustisch spürbar?), das letzte kleine Stückchen war dann noch am schlimmsten, man weiss, gleich ist es geschafft, aber eben noch nicht ganz, man will nicht mehr und nimmt die Schmerzen nochmal intensiver auf. Mit purer Willenskraft habe ich es dann geschafft. Glatte geschmeidige knallrote Haut.
Das ist jetzt 14 Tage her, reichlich kleine schwarze Punkte zeichnen sich unter der Haut ab (dafür ist sie nicht mehr durchgängig rot), sie kommen wieder an die Oberfläche, die kleinen Schlingel. Zum Glück stoßen nicht alle gleichzeitig durch, so dass ein Nachepilieren längst nicht so schlimm ist. Ganz im Gegenteil, ich empfinde die vereinzelten kleinen Nadelstiche sogar als gar nicht so unangenehm. Allerdings müßte ich jetzt am Ball bleiben, denn wenn die Haare wieder überhand nehmen, dann … nein, nicht noch einmal, zumindest nicht so.


Hans-Georg
um 11:44 via Website
01 Mrz 2008
Bei uns bleiben – fast – überall die Haare dran. Da, wo sie entfernt sind, ist es auch praktisch. Wer hat schon gern Zahnseide im Mund beim Sex?